Wir wollen wie Kinder behandelt werden …

Marie-Thérèse Harasim

Vor ein paar Tagen wurde meine Mama aufmüpfig: Wir standen in der Schlange eines Supermarktes, als mein Blick auf eine Reihe von Adventskalendern fiel. Meine Mutter sah mich an und sagte kaltherzig: “Dafür bist du schon viel zu alt!” Ich war schockiert und muss zugeben, dass ich eine Adventszeit ohne Kalender jetzt noch nicht verkraften könnte. Nein, ich denke sogar, es ist falsch, seinen Kindern eine solche Freude zu verweigern – wie alt sie auch sein mögen.

Unsere Eltern erinnern uns täglich daran, dass wir, solange wir unsere Beine unter ihren Tisch stellen, gefälligst tun sollen, was sie sagen. Das Wohnen mit Mami und Papi bringt also einen Haufen Einschränkungen und Pflichten mit sich. Logisch, dass wir auch Rechte haben wollen! Und in der Weihnachtszeit ist es eines unserer Rechte, Kind sein zu dürfen und einen Adventskalender zu bekommen.

Überhaupt: Was heißt schon zu alt? Wir benehmen uns vielleicht so, als wären wir schon erwachsen, doch unsere Eltern sollten wissen, dass wir einen sehr harten Schulalltag durchstehen müssen und bei all den außerschulischen Aktivitäten, mit denen wir pflichtbewusst unseren Lebenslauf aufpeppen, kaum Zeit bleibt, das Leben zu genießen. Da ist es schön, sich einmal zurücklehnen und wieder ganz klein fühlen zu können. Eltern sollten uns die Adventszeit, in der wir uns kindlichem Spaß hingeben können, gönnen!

Außerdem gehört ein Adventskalender zur Weihnachtszeit dazu. Er ist die perfekte Einstimmung auf das Fest der Liebe und Familie. Er ist es, der mir die ultimative Weihnachtsstimmung beschert. Seit ich denken kann, bin ich jeden Morgen im Advent voller Vorfreude aufgestanden, um ein Türchen zu öffnen. Aufgeregt habe ich die Tage bis Weihnachten gezählt, habe es am Nikolaustag kaum erwarten können, endlich in meine Schuhe schauen zu dürfen. Und all das soll vorbei sein, weil jemand meint, dass man ab einem bestimmten Alter zu alt dafür ist? Das ist doch Quatsch!

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